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.. . Gruppen- und Verteilungsrisiken
Verteilungsrisiken ergeben sich immer dann, wenn aus verschiedenen Ressourcenvolumina und Marktstellungen heraus kooperierende Unternehmen versuchen den Ressourcen-Einsatz im Sinne der Marktchancen zu verbessern. Möglichkeiten hierzu bestehen zweifelsohne, etwa durch den Einsatz der Ressource Kapital mit unterschiedlichen Gewinnerwartungen für Gruppenpartner oder durch die Aufwandsäquivalenten Ressourcen, wie beispielsweise den Einsatz des Personals mittels Aufteilungen die das wirtschaftliche Vermögen der Gruppenpartner stärker als die realen Arbeitsleistungen berücksichtigen. Welche Risiken hierbei eingegangen werden soll am Beispiel der Versicherungsgruppen mit bedeutenden Marktteilnehmern in allen der Sparten Leben-, Kranken- Sachversicherung für die Geschäftsjahre 2003 bis 2005 untersucht und bezüglich der methodischen Erfassung diskutiert werden. Betrachtet sind so 33 Gruppen, denen die jeweils die gemessen an den Kaitalanlagevolumina bedeutensten Gruppenpartner der einzelnen Branchen zugeordnet sind. Damit zeigt die Betrachtung nur einen Teil der realen aus Verteilungsstrategien resultierenden Gruppenrisiken auf, da insbesondere öfter Zweitunternehmen innerhalb derselben Branchen stärker bevorteilt werden, was einerseits im direkten Vergleich der Unternehmen ersichtlich wird und andererseits zumeist aufgrund der unterschiedlichen Unternehmensgrößen auch weniger ins Gewicht fällt. Als Gruppenrisiken betrachten wir: .
Als Cash-Flow bezeichnen wir entgegen allgemeineren Betrachtungen im Rahmen von Kapitalflussrechnungen die Summe: Cash-Flow
:=
gebuchte Bruttobeiträge + netto Kapitalerträge Mit den Neuregelungen zur Gruppensolvabilität[1] wird andererseits die Verflechtung von Eigenkapital innerhalb von Gruppen betrachtet, was von der Betrachtung hier inhaltlich und methodisch zu unterscheiden ist. Die Solvabilität zielt auf die Bedeckung von Risiken durch möglichst unbelastetes Eigenkapital, womit Sicherheit im Sinne einer Einmalchance gegeben ist. Ist Eigenkapital nicht mehr ausreichend vorhanden, muss dieses über den Kapitalmarkt finanziert werden. Soll dies gelingen, ist jedenfalls die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmung(en) ein entscheidender Faktor, um den Return auf Eigenkapital leisten zu können. Hierbei ist die Wettbewerbsfähigkeit über die Verteilungspolitik beeinflussbar. Bemisst andererseits die Gruppensolvabilität ein angemessenes Sicherheitskapital für die Gruppe insgesamt, so ist hier im Gegensatz die Sicherheit generierter Erfolgserwartungen aus Verteilungsstrategien zum Einen und damit indirekt zum Anderen auch die Bemessung von Wettbewerbspotentialen aus Gruppenpolitiken Gegenstand der Betrachtung. Es stellt sich die Frage, wie Verteilungsrisiken im genannten Sinn einer wertmäßigen Quantifizierung zugeführt werden können. Legt eine Gruppenpolitik Verteilungsbeträge bottom up quasi buchhalterisch fest, ist doch deren Angemessenheit bezüglich enthaltener Freiheitsgrade in der Verteilung zu prüfen. Dies ist top down aus Vergleichen bezüglich geeigneter Peer-Gruppen möglich oder kalkulatorisch, wenn von Wettbewerbseinflüssen abstrahiert werden kann. Ersteres entspricht einem empirischen Ansatz, der hier weiter verfolgt wird. Die Relativierung der Verteilungsbeiträge top down zum laufenden Cash-Flow ermöglicht dann die Quantifizierung eines operationalen Risikos, das weniger die kalkulatorischen Erfolgsmargen als mehr eine aktuelle Reaktionsmasse als Beurteilungsgrundlage heranzieht. Dies entspricht weitgehend dem vorgehen der Capital Adequacy Ratios, wobei hier das Risikopotential und dem gegenüberstehendes Sicherheitskapital unterschiedlich begründet festgelegt sein kann, im allgemeinen aber nicht methodisch aufeinander abgestimmt ermittelt wird. Die Verteilungsbeträge sollen ausserdem im Sinne realer Aufwandsentstehung ermittelt werden also nicht verzerrt lediglich ordinal zur vergleichenden Einschätzung oder zur Modellierung von kollektiven Ausgleichungen, wie dies beispielsweise im Sinne von Diversifikationseffekten auch das Ziel von Modellbildungen sein kann[2]. Die folgend betrachteten Ansätze seien darüber hinaus bezüglich Ihrer Zielführung empirisch überprüft. · - Added Interest Ermitteln wir in Form einer inneren Gruppen internen Betrachtung einen mittleren Zins auf das Gruppenkapital iG, dann addieren sich die Branchen Add’s innert einer Gruppe (iG,Branche-iG)*KapitalG in der Summe zu Null, weshalb wir als Added Interest der Gruppe die folgende Summe betrachten, die offensichtlich Beträge nicht gewichtet und Überschreitungen des Gruppenmittels nicht mit Unterschreitungen doppelt summiert: Added_InterestG
:= SBrancheabs(iG,Branche-iG)*KapitalG
/2 · - Added_Expense In analoger Weise könnte mit den Kosten verfahren werden. Es wird dann aber von generell unterschiedlichen Kostenniveaus der verschiedenen betrachteten Branchen abstrahiert, was den Einfluss der Verteilungswirkung der Kosten stark überzeichnen würde. Es bietet sich in Form einer äußeren an den Kostenverhältnissen des Marktes orientierten Betrachtung an, die Kostenniveaus des Gesamtmarktes der Branchen als Messlatte für die Verteilung der Aufwände in den Gruppen zu verwenden. Mit den Verteilungsanteilen cG,Branche an den Kosten der Gruppe bietet sich die direkte Gegenüberstellung zur analogen Kostenverteilung des Marktes nicht an, da diese das Gewicht der Gruppenpartner nicht berücksichtigt. Mit den Kostenquoten des Marktes kBranche und den Branchenbeiträgen der Gruppenpartner bG,Branche stellt die Festlegung der jeweiligen Vergleichsverteilung der Kosten des Marktes cBranche := kBranche*bG,Branche / SBranche kBranche*bG,Branche eine angemessene Anpassung der Verhältnisse des Marktes an die Beitragsvolumen der Gruppenpartner dar. Darüber hinaus lassen sich auch die Kosten der Gruppenpartner selbst zur Anpassung der Marktverhältnisse verwenden[3]. Für jede Gruppe addieren sich die Verteilungsdifferenzen (cBranche-cG,Branche)*AufwandG damit wiederum zu Null, weshalb wir auch hier ähnlich dem Added Interest ohne Betragsgewichtungen die Added Expense als Added_ExpenseG
:= SBrancheabs(cBranche-cG,Branche)*AufwandG/2 definieren. . · - Earning Ist der Cash-Flow gering, dann fallen Verteilungsbeträge in den definierten Verteilungsrisiken offensichtlich stärker ins Gewicht und umgekehrt. Lassen sich die Verteilungsbeträge andererseits aus den Gewinnen finanzieren kann auch davon abgesehen werden von einem Risiko zu sprechen, sofern die Gewinne nicht notwendige Gewinne etwa zur Bedienung der Aktionäre sind. Wir betrachten hier das Ergebnis nach Steuern zur Gewinneinschätzung. Der RBE erscheint jedenfalls als eine geeignete Größe zur Bemessung des Aufwandes zur Finanzierung von Zins- und Kostensubventionen als Anteil des Cash-Flows der Gruppe im Sinne einperiodiger Betrachtungen. · - Angemessenheit der Risikomaße
Das Clusterergebnis stellt die durchschnittlichen Nettoverzinsungen und Kostenquoten der Jahre 2003, 2004 und 2005 der betrachteten Gruppen bzw. deren Gruppenpartner dar. Die Marktverhältnisse im Mittel finden sich mit dem Cluster 6 bereits als nicht zentral abgebildet[4]. Der
Gruppen interne Ansatz zur Bemessung der Aufteilung von Zinserträgen
erweist sich aber weitgehend als angemessen. Die Nettoverzinsungen sind
über die Branchen hinweg überwiegender vergleichbar und nur im Cluster
2 sowie im Cluster
4 deutlicher unterschiedlich, weshalb eine Orientierung am nicht zentral
eingeordneten Branchenmittel künstlich erschiene und
Unternehmensgruppen der nicht genannten Cluster das auch höhere
Zinsneveau des Clusters 6 zu
Grunde legen würde. In den Schaubildern links sind zur weiteren Einsicht in die Marktverhältnisse die über die Jahre 2003 bis 2005 gemittelten Kostenquoten, Nettoverzinsungen[5] und Ergebnisquoten[6] der Gruppen Unternehmen gegenübergestellt. ·
- Resümee Mit
zwei Möglichkeiten der Einschätzung von Verteilungsbeträgen ist ein
Risiko aufgezeigt, dass mit den modernen Ansätzen der Solvenzaufsicht
allenfalls pauschal als Markt- oder operationales Risiko erfasst ist. Die
offensichtlich sehr unterschiedlichen Scenarien der Verteilung von Kosten,
Kapitalerträgen und Gewinnen in den betrachteten Gruppen bezüglich der
ausgewählten Gruppenpartner erweisen sich
mit dem abschließenden Schaubild der RBE’s und RAE’s sowohl
gemittelt über die Jahre 2003 bis 2005 wie auch für das Jahr 2005 als
nahezu überall sehr verantwortlich in Bezug auf die Reaktionsmasse
Cash-Flow der Gruppen verteilt. Großteils reichen darüber hinaus die Gruppen-Gewinne aus, die Verteilungssrisiken RAE zu überdecken, woraus die negativen Risiko-Margen resultieren. Ablesbare hohe negative Ergebnisse sind häufiger auf den Geschäftsaufbau noch junger Unternehmen zurückzuführen. Unabhängig von Gewinn-Margen werden die RBE’s überwiegend mit deutlich unter 4% des Cash-Flows beobachtet, neben der auch im Vorjahr mit höheren Verteilungsrisiken auffallenden Europa (Cluster 4), werden nun neben der Allianz (Cluster 8) aber insbesondere auch die Nürnberger (Cluster 1) mit höheren Werten auffällig. aktuell: Die Ergebnisse der Gruppen-Risiko-Margen links zum Berichtsjahr 2007 dem Geschäftsjahr 2006 sind mit folgenden Links der ergänzten Aufzählung der Gruppen für das Geschäftsjahr 2005 mittels ausgewählter Kennzahl-Skalen detailierter einsehbar: .
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| Impressum | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Keywords: Versicherungsgruppen und Verteilungsrisiken, Solvency II Basel II Finanzaufsicht Bafin | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||